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Rastede und Umgebung

  Die Gemeinde Rastede

1. Geschichtliche Entwicklung
Die Großgemeinde Rastede gehörte im Hoch- und Spätmittelalter zu den angesehensten und begünstigtsten klö­ster­li­chen Ortschaften Norddeutschlands. Rastede als Raststätte — diese Auslegung kennzeichnet den Ort, nicht aber die sprachliche Herkunft seines Namens, der sich von “Rode-Stätte" herleitet. Im Rastede-Lied wird Rastede als Stätte der Rast besungen.

Sehenswürdigkeil und ehrwürdiges Wahrzeichen der Gemeinde ist die 1059 von Graf Huno gestiftete St.-Ulrichs-Kirche, ein einschiffiger Feld- und
Palais Rastede
Palais Rastede
Backsteinbau mit Westturm. Sie besitzt eine im ehemaligen Lande Oldenburg ein­zig­artige Krypta, die von zehn Säulen getragen wird. Hier befindet sich das Grabmal des Grafen Moritz von Oldenburg. Ludwig Münstermann schnitzte 1612 die Kanzel und Arp Schnitger baute 1706 die Orgel.

In dem großen, waldartigen Park erinnert eine Gruppe von Bauteilen an das 1091 der Jungfrau Maria geweihte Benediktinerkloster mit Basilika. Die reiche, kost­spie­lige und künstlerische Ausstattung begründete sich auf wirtschaftlichen Wohl­stand, den die Äbte durch Schenkungen gräflicher Stifter in Form von um­fang­rei­chem Güterbesitz in Friesland, im Ammerland, in Stedingen, im Wüm­me­gau, sogar im Bardengau und in der Soester Börde erfuhren.

Im Kloster schrieb 1336 der ammerländische Benediktinermönch Henrik Gloyesteen die noch im großherzoglichen Be­sitz befindliche Handschrift des “Sachsenspiegels", die ein anderer Mönch mit kulturell wertvollen Miniaturen il­lu­strierte. Um 1400 entstand im Kloster die Pergamenthandschritt der Rasteder Chronik, eine wertvolle Quelle zur mittelalterlich-oldenburgischen Geschichte, die mit dem in der Gründerzeit des Klosters begonnenen Rasteder “Buch des Lebens" und anderen Aufzeichnungen im Staatsarchiv in Oldenburg lagert.

Kloster Rastede war durch seine Schule und seine Bibliothek ein Kulturmittelpunkt, doch lockerte sich die Klo­ster­dis­ziplin auch hier. Die Reformbewegung der Bursfelder Kongregation, ein Zusammenschluß der Benediktinerklöster (Bursfelder Statuten 1458—1803), vermochte das monastische Leben in Rastede auf Dauer nicht zu erneuern. Graf Christopher von Oldenburg, vormals Domherr zu Köln, machte sich selbst zum “Provisor" und fand die Mönche mit Renten ab. Er lebte in Rastede als Humanist und starb 1566.

Auf dem Klosterhof ließ Graf Anton Günther von Oldenburg einen Marstall mit Gestüt und Reitstall errichten, baute diesen 1643 — im 3Ojährigen Krieg — zu einer Sommerresidenz um und ließ die Basilika renovieren. Hier starb er 1667. 1777 erwarb Prinz Peter Friedrich Ludwig von Holstein-Gottorp den alten, zum Schloss umgebauten Klo­ster­be­sitz von der Familie von Röder, und so ist er bis heute im Besitz der Herzöge von Oldenburg geblieben, die den Abtsbusch erheblich erweitert und zu einem Landschaftspark (Schlosspark) umgestaltet haben.

2. Lage
Die Gemeinde Rastede gehört zum Ammerland und wird durch Moor und Geest geprägt. Sie liegt auf dem ol­den­bur­gisch-ostfriesischen Geestrücken, nördlich von Oldenburg.Das Landschaftsbild wird durch landwirtschaftlich genutzte Flächen, Waldflächen, Park- und Grünanlagen und Wasserflächen bestimmt.

Die Gemeinde Rastede ist in 24 Bezirke eingeteilt, hat eine Gebietsfläche von 12290 ha und eine Einwohnerzahl von ca. 20.000. Rastede, in der vielseitigen Landschaft des Geestrandes zwischen Wäldern, Heide und Moor, wurde zum Erholungsgebiet und ist deshalb auch als Luftkurort staatlich anerkannt. Die
Freibad Rastede
Freibad Rastede
Land­schafts­rah­men­pla­nung “Rasteder Geestrand", die auch den Schloßpark und den Eichenbruch (250 ha Wald), große Moorgebiete und den Bereich Bomhorst, im Gebiet der Stadt Ol­denburg, einschließt, ist von der gemeinsamen Landesplanung Bre­men / Nie­der­sachsen beschlossen worden.

Rastede hat eine ausgezeichnete Verkehrslage: Die Außenerschließung der Ge­mein­de ist durch die Bundesautobahn Wilhelmshaven—Oldenburg (A 29), Land-, Kreis- und Gemeindestraßen gewährleistet. Die Bahnlinie Ol­den­burg—Wil­helms­haven hat eine Interregio-Station in Rastede, die Nord – West – Bahn verkehrt im Stundenrhytmus, Buslinien der Deutschen Bahn AG ergänzen das öffentliche Verkehrsnetz. So ist es möglich, dass der Luftkurort Rastede von auswärtigen Gästen leicht erreicht werden kann.

3. Wirtschaftliche Entwicklung
Der Weg Rastedes vom klösterlichen Ort bis zur völligen Neugestaltung des wirtschaftlichen, sozialen und kul­tu­rel­len Lebens nach 1945/46 war ein mühsamer und langer historischer Prozess.

So zeichnete sich Mitte des 19. Jahrhunderts eine ständige Aufwärtsentwicklung ab, die durch Industrialisierung und Neuerungen in der Landwirtschaft bessere Lebensgrundlagen schaffte. Durch den Anschluß an das Ei­sen­bahn­netz 1867 wurde die wirtschaftliche Basis noch erweitert.
Schloss Rastede
Herzogliches Schloß Rastede
Nach 1946 stieg die Wirtschaft der Gemeinde mit der Ausdehnung der Landwirtschaft und der Niederlassung von In­du­strie­be­trie­ben. Während der Anteil der tätigen Bevölkerung in der Landwirtschaft und in den rund 20 Baumschulen und Gartenbaubetrieben langsam sinkt, finden in et­wa 480 großen, mittleren und kleinen Gewerbebetrieben 5000 Personen ge­werb­li­che Arbeitsplätze. Nicht zuletzt deshalb ist die Einwohnerzahl von 1895 (5418) bis 1984 um 12263 gestiegen.

Rastede ist durch die Evangelische Heimvolkshochschule und die Raiff­ei­sen­akademie Sitz allgemeiner Ausbildungsarbeit. Rastede ist mit allen Ein­rich­tun­gen infrastruktureller Versorgung und kommunaler Daseinsvorsorge — von ei­nem großen Schulzentrum, Heim und Pflegestätte, Sportanlagen aller Art, Reit- und Tennishallen bis zur vollbiologischen Kläranlage - bestens ausgestattet. So zeigen sich auch Erfolge des wach­sen­den Fremdenverkehrs. 1983 wurde Rastede als Luftkurort staatlich anerkannt.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde gehören der Schloßpark mit Schloß und Ellemteich, Waldgebiet “Ei­chen­bruch-El­lern und Ipweger Büsche”, die St.- Ulrichs-Kirche mit Grafengruft und Krypta, Naturschutzgebiet Ip­we­ger­moor, Palais mit Kunstausstellungen und Theatertagen, Palaisgarten, Mühlenhof und Wassermühle. Sie sind Aus­flugsziele vieler Besucher. Auch bieten die alljährlichen Großveranstaltungen wie Radwandertag, Volkslauf, Ol­den­bur­ger Landesturnier (Reiterliche Großveranstaltung), Internationale Rasteder Musiktage, Ellernfest, Volks­wan­dertag, Grasbahnrennen und Rasteder Schützenfest, zahlreichen Besuchern die Gelegenheit, Rasteder Land und Leu­te kennen zu lernen.

4. Freizeitgestaltung
Rastede hat für die Freizeitgestaltung viel zu bieten. Der Schloßpark, der an unser Haus grenzt, lädt ein zu Wan­de­run­gen oder Jogging. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Turnierplatz, der Ellernteich, die St. Ulrichs - Kir­che, ein beheiztes Freibad und ein modernes Hallenbad.

Gegenüber dem herzoglichen Schloß Rastede liegt das Palais Rastede. Hier werden regelmäßig kunst - und ge­schichts­kundliche Ausstellungen gezeigt, Vorträge und Lesungen gehalten und Konzerte gegeben.

Wenn Sie Lust haben, bringen Sie Ihr Fahrrad mit - Rastede und das Ammerland laden zu herrlichen Touren ein!




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Aktualisiert: 09.02.2008 H.Buss